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Stille Prokura – Definition & exekutive Mandatierung | B2 SMART

Stille Prokura:
Digitale Entscheidungsgewalt ohne
exekutives Mandat

„Stille Prokura“ beschreibt den Zustand, in dem digitale Systeme faktisch wirtschaftlich relevante Entscheidungen treffen – ohne dass diese Entscheidungsräume bewusst und dokumentiert durch die Geschäftsführung definiert wurden.

Es geht nicht um Technik. Es geht um Führung.

Wenn Systeme handeln, bleibt die Verantwortung beim Organ.

Definition

Klassische Prokura ist ein formaler Akt. Eine natürliche Person erhält klar definierte Entscheidungsbefugnisse. Grenzen sind dokumentiert.

Stille Prokura entsteht schleichend – durch Konfiguration, durch Automatisierung, durch Standard-Logiken von Software.


Abgrenzung zur IT-Governance

IT-Governance stellt sicher, dass Systeme funktionieren. Stille Prokura fragt: Darf dieses System im Namen der Geschäftsführung entscheiden?

  • Mandat: Wurde Entscheidungsbefugnis bewusst erteilt?
  • Grenze: Sind Entscheidungsräume definiert?
  • Veto: Existiert ein dokumentiertes Eingriffsrecht?
  • Nachweis: Ist Mandatierung belegbar?

Typische Erscheinungsformen

  • Preishoheit: Rabattlogiken ohne strategische Untergrenzen.
  • Kundensteuerung: CRM-Scores bestimmen Prioritäten.
  • Eskalation: Automatische Sperren ohne exekutives Veto.
  • Schatten-KI: Nutzung externer KI-Tools ohne Mandatsstruktur.

Woran Sie Stille Prokura erkennen

  • Können Sie Entscheidungsgrenzen spontan benennen?
  • Gibt es ein dokumentiertes Veto-Recht?
  • Wissen Sie, welche Systeme heute „Ja“ oder „Nein“ sagen?
  • Könnten Sie die Entscheidungslogik nachvollziehbar erklären?

Vertiefende Analyse

Die gleichnamige Podcast-Serie analysiert reale Konstellationen digitaler Entscheidungsarchitektur im Mittelstand.

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